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Schmerzhafter Geschlechtsverkehr
Für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr gibt es viele mögliche Gründe. Ein Fachmann sollte klären, ob eine ernsthafte Grunderkrankung ausgeschlossen werden kann bzw. entsprechend behandelt werden muss. In den verschiedenen Lebensphasen einer Frau können unterschiedliche Umstände dazu führen, dass der Geschlechtsverkehr als schmerzhaft empfunden wird. Für manche Frauen war Geschlechtsverkehr schon immer schmerzhaft, für andere kommt es ganz plötzlich. Manchmal scheint es einen offensichtlichen Grund zu geben, beispielsweise eine noch nicht allzu lange zurückliegende Geburt, aber im Allgemeinen sollten anhaltende oder plötzlich eintretende Probleme in jedem Fall untersucht werden. Einige Geschlechtskrankheiten, wie z.B. eine Chlamydieninfektion, machen sich durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bemerkbar, daher sollte keines dieser Zeichen einfach ignoriert werden. Ärzte sollten verständnisvoll sein und die intimen Tests sorgfältig durchführen oder die Patientin an einen Facharzt verweisen.
Manchmal ist der Geschlechtsverkehr für Frauen langfristig mit Schmerzen verbunden, was für sie psychologisch sehr belastend sein kann. Es gibt sehr gut ausgebildete Therapeuten, die sich mit diesen Problemen auskennen. Niemand sollte sich scheuen, um Hilfe zu bitten.
Weibliche Sexuelle Dysfunktion
Probleme bei intimen sexuellen Beziehungen können körperliche Ursachen haben, aber oft spielt auch eine psychologische Komponente mit hinein. Intimtrockenheit und Beschwerden oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können leicht zu Problemen führen; aber bei diesen körperlichen Problemen kann es auch zu einem Verlust des sexuellen Verlangens kommen. Andere Probleme sind beispielsweise die Unfähigkeit, erotische Fantasien zu haben oder einen Orgasmus zu erreichen. Einige dieser Probleme haben möglicherweise zu bestimmten Zeiten eine hormonelle Ursache.
Viele Frauen haben in einer bestimmten Lebensphase Probleme mit einigen Aspekten einer intimen sexuellen Beziehung. Die Gründe können sehr einfach oder auch sehr kompliziert sein, und der beste Rat ist immer noch, sich fachkundige Hilfe zu suchen, wenn ein Problem zu belastend wird oder zu lange andauert.
Manchmal hilft es schon, wenn man zum Hausarzt geht, aber manche Frauen oder Paare gehen lieber direkt zu einem Therapeuten, um eine Diagnose und mögliche Hilfe zu bekommen.
Vaginalinfektionen und Ausfluss
Es ist für die Vagina normal, dass sie ständig Feuchtigkeit produziert. Die meisten Frauen kennen diese natürlichen Scheidensekrete und wissen, dass ihre Beschaffenheit und Menge zeitweise variiert, insbesondere während des Monatszyklus bei Frauen vor der Menopause. Grosse Veränderungen des normalen Scheidensekrets finden in der Pubertät, während einer Schwangerschaft, beim Stillen, während und nach den Wechseljahren statt.
Die Scheide ist keine sterile Umgebung, und es gibt Organismen, die in diesem Sekret ganz natürlich vorkommen. Beispielsweise hält der Lactobazillus das Säuregleichgewicht aufrecht und sorgt für die natürliche Abwehr. Manchmal können sich die Sekrete verändern, insbesondere durch Hormonveränderungen, die die normale Scheidenflora beeinflussen, oder durch übermässiges Waschen.
Eine Änderung der Sekretion muss also nicht unbedingt auf eine Geschlechtskrankheit hinweisen. Manchmal kommt es zu einem übermässigen Wachstum von Candida, einem Hefepilz, was Jucken, Wundsein, Schwellungen und einen veränderten Ausfluss zur Folge hat (“Scheidenpilz”). Dabei handelt es sich nicht um eine Geschlechtskrankheit, aber es muss untersucht und behandelt werden, besonders, wenn es anhält. Manchmal wird der Lactobazillus durch das übermässige Wachstum anderer Organismen, die nicht zu den Geschlechtskrankheiten gehören, unterdrückt, was eine so genannte Bakterielle Vaginosis (BV) verursacht; auch diese muss diagnostiziert und behandelt werden und kann immer wieder auftreten.
Eine tatsächliche Veränderung der Scheidenflora kann durch eine Infektion mit einer Geschlechtskrankheit auftreten (z.B. Chlamydien, Gonorrhoe, Trichomonas), was zu einem echten Scheidenausfluss führt. Möglicherweise ist das das einzige Symptom, es können aber auch andere Symptome hinzu kommen, beispielsweise Schmerzen im Becken, ungewöhnliche Blutungen, Schmerzen beim Wasserlassen, Geschwüre, usw.
Diese Symptome sollten immer untersucht und niemals ignoriert werden. Es sollte niemandem peinlich sein, einen Arzt um Hilfe zu bitten.
Wichtig ist aber auch die Information, dass man durchaus eine Geschlechtskrankheit (wie beispielsweise Chlamydien) ohne irgendwelche Symptome haben kann, auch ohne einen veränderten Scheidenausfluss. Eine Vorsorgeuntersuchung ist also immer eine gute Idee!