Dr. Annie Evans gibt Antworten auf Ihre Fragen
F: Wie viele Frauen leiden unter Trockenheit im Intimbereich?
A: Die Anzahl der Frauen, die über Trockenheit im Intimbereich klagen, schwankt je nach Alter und kulturellem Hintergrund. Der Prozentsatz der Frauen, die über Trockenheit klagen oder sich deswegen Sorgen machen, variiert.
Aber eine von drei Frauen leidet irgendwann einmal unter Trockenheit im Intimbereich. Bei älteren Frauen ist das Problem weiter verbreitet, insbesondere nach den Wechseljahren - da berichtet die Hälfte aller Frauen über Probleme im Intimbereich. Bei Frauen über 65 sind es dann schon zwei von drei.
Den meisten Frauen fällt es schwer, darüber zu reden. Nur etwa ein Viertel der Frauen nach den Wechseljahren mit ernsthaften Beschwerden suchen Rat in einer Apotheke oder bei einem Arzt.
Die Verwendungshäufigkeit von Feuchtigkeitsmitteln für den Intimbereich schwankt auch stark von Land zu Land. Nur etwa eine von zwanzig Frauen verwendet sie derzeit, dabei wäre wohl etwa eine von drei Frauen daran interessiert.
F: Welche anderen Symptome gibt es neben der Trockenheit im Intimbereich?
A: Meistens fällt die Trockenheit beim Geschlechtsverkehr auf, aber viele Frauen stellen zusätzlich noch Schmerzen, Brennen, Stechen oder ein allgemeine Beschwerden im Intimbereich fest, die durch Wundreibung verursacht werden.
F: Was ist die Ursache für die Trockenheit im Intimbereich?
A: Intimtrockenheit kann viele Ursachen haben:
Ein verringerter Östrogenspiegel ist die Hauptursache
Östrogen ist das wichtigste weibliche Hormon, das das Scheidengewebe gesund hält, indem es die Befeuchtung (Lubrikation), die Elastizität des Gewebes und den Säuregehalt in der Scheide auf einem normalen Niveau hält. Diese Faktoren bilden eine natürliche Abwehr gegen Infektionen im Vaginalbereich und der Harnwege.
Es gibt mehrere Gründe für eine Abnahme des Östrogenspiegels:
- Wechseljahre oder die Zeit um die Menopause
- Geburt
- Stillen
- Beeinflussung der Eierstöcke durch eine Krebstherapie, einschliesslich Strahlentherapie, Hormontherapie und Chemotherapie
- Operative Entfernung der Eierstöcke
- Grosser Gewichtsverlust oder Untergewicht
- Immunstörungen
- Zigaretten
- Medikamente
Medikamente gegen Allergien und Erkältungen sowie einige Antidepressiva können an vielen Stellen des Körpers, auch in der Scheide, Trockenheit verursachen. Auch Antiöstrogene, die beispielsweise zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden, können Intimtrockenheit zur Folge haben.
Es gibt einige Krankheiten, die eine Trockenheit der Haut und der Schleimhäute im Intimbereich hervorrufen können. Wenn also langfristige Probleme nicht auf einfache Massnahmen ansprechen, insbesondere bei jüngeren Frauen, sollte das immer von einem Arzt untersucht werden.
F: Welche Behandlungsmöglichkeiten bei Trockenheit im Intimbereich gibt es?
A: Verwenden Sie ein Gleitmittel oder Feuchtigkeitsgel
Feuchtigkeits- und Gleitmittel für den Intimbereich können die vaginale Feuchtigkeit kurzfristig ersetzen. Sie können während des Geschlechtsverkehrs, aber auch täglich angewendet werden, um Beschwerden im Intimbereich zu lindern.
Lokale Östrogenbehandlung
Intimtrockenheit, Wundsein, Brennen, Reizungen und Wundreibung - all diese Beschwerden sprechen gut auf eine lokale Östrogenbehandlung an. Diese kann auch gegen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr helfen, den vaginalen pH-Wert korrigieren und ungewöhnlichen Scheidenausfluss verhindern.
Diese Art der Behandlung wird verabreicht als:
- Vaginaltabletten
- Pessare/Diaphragma
- Cremes
- Vaginalring
Diese Behandlungsverfahren sind wirksam und gut verträglich. Da sie nur lokal wirken, ist das Risiko von Nebenwirkungen gering.
Andere Behandlungsverfahren
Falls eine Grunderkrankung der Haut vorliegt, muss möglicherweise eine fachärztliche Diagnose gestellt und eine lokale Behandlung nach genauer ärztlicher Anweisung durchgeführt werden.
F: Was könnte ich sonst noch tun, um mich wohler zu fühlen?
Die besten Möglichkeiten zur Vermeidung von Beschwerden sind diese:
- Verwenden Sie im Intimbereich keine Seife
- Verwenden Sie nicht täglich Slipeinlagen
- Tragen Sie, nach Möglichkeit eher Unterwäsche aus Baumwolle anstatt aus Nylon oder Synthetik
- Vermeiden Sie parfümiertes Toilettenpapier, Badeöle und Waschpulver
- “Duschen” oder reinigen Sie den Intimbereich nicht mit einer Reinigungsflüssigkeit
Vermeiden Sie auch den Kauf rezeptfreier Produkte, zum Beispiel “Scheidenpilz”-Cremes und -Tabletten, ohne eine ordentliche Diagnose vom Arzt. Solche Produkte reizen die Haut oft noch stärker und verschlimmern die Symptome.
Wenn die Trockenheit im Intimbereich schon lange vor den Wechseljahren zum Problem beim Geschlechtsverkehr wird und keine anderen Gründe für einen zu niedrigen Östrogenspiegel vorliegen, sollten Sie und Ihr Partner darauf achten, dass Sie sich vor der Penetration genügend Zeit lassen, um die Erregung zu steigern. Wenn das Problem anhält und Sie sich deswegen Sorgen machen, sollten Sie sich fachkundig beraten lassen.
F: Wann sollte ich Feuchtigkeitsprodukte für den Intimbereich verwenden?
A: Feuchtigkeits- und Gleitmittel können nicht nur beim Geschlechtsverkehr sehr hilfreich sein. Auch bei der Verwendung von Kondomen reduzieren sie das Risiko, dass Kondome beschädigt werden oder reissen. Gleichzeitig können sie die Empfindsamkeit und das Lustgefühl steigern. Paaren, die keine Kondome verwenden, geben Feuchtigkeits- und Gleitmittel zusätzliche Feuchtigkeit und ermöglichen Ihnen einen länger anhaltenden und angenehmeren Geschlechtsverkehr.
Für Frauen, die beim Geschlechtsverkehr Probleme mit Trockenheit im Intimbereich haben - egal, ob es nur um verminderte Lustgefühle oder um tatsächliche Beschwerden geht -, können Feuchtigkeitsmittel fast unentbehrlich werden, um ein befriedigendes Liebesleben zu führen.
Feuchtigkeits- und Gleitmittel für den Intimbereich können auch in vielen anderen Situationen angewendet werden, das alltägliche Wohlbefinden steigern und für Linderung im Vaginalbereich sorgen.
F: Wie oft sollte ich Feuchtigkeits- und Gleitmittel anwenden?
A: Sie können sporadisch nach Bedarf angewendet werden, beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder um sich beim Radfahren oder beim Training im Sportstudio wohler zu fühlen.
Sie können aber auch regelmässig angewendet werden, vielleicht ein oder zwei Mal pro Tag, um länger anhaltende Probleme unter Kontrolle zu halten. Eine langfristige Anwendung ist zweifellos sicher, aber man sollte sich trotzdem beraten lassen, ob möglicherweise eine andere Behandlung nötig sein könnte.
F: Wo kann ich Sensilube kaufen?
A: Sensilube ist rezeptfrei in vielen Apotheken und Drogerien sowie online unter www.durex-shop.ch erhältlich.
F: Warum ist Sensilube so gut?
A: Sensilube ist ein sanftes Produkt auf Wasserbasis, dessen Beschaffenheit der der natürlichen Vaginalsekrete sehr ähnlich ist. Es ist farblos und geruchlos und hinterlässt keine Flecken. Es wird nur eine winzige Menge benötigt, es fettet nicht und ist sehr einfach anzuwenden. Es kann zusammen mit Durex Kondomen verwendet werden.
Studien haben gezeigt, dass es sehr gut verträglich ist. Die Anwenderinnen stellten fest, dass es eine angenehme Beschaffenheit hat, sich leicht auftragen lässt und das Gefühl der natürlichen Feuchtigkeit wieder herstellt.
F: Was macht Sensilube denn tatsächlich, und wie wirkt es?
A: Sensilube ergänzt die körpereigene Scheidenfeuchtigkeit und fühlt sich ganz natürlich an. Das kann sich nicht nur beim Geschlechtsverkehr angenehmer anfühlen, sondern es lindert auch alltägliche Beschwerden, die durch die Trockenheit im Intimbereich entstehen können.
F: Kann ich Sensilube während der Schwangerschaft verwenden?
A: Die Anwendung während der Schwangerschaft ist zwar sicher, aber jede anhaltende Veränderung der Vaginalsekrete oder ein Ausfluss sollte natürlich von Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme untersucht werden.
F: Erhöht Sensilube mein Risiko für Infektionen im Intimbereich?
A: Sensilube erhöht nicht das Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken. Tatsächlich trägt es durch die verbesserte Gleitfähigkeit dazu bei, das Reissen von Kondomen und vaginale Verletzungen zu verhindern. Sensilube selbst ist aber kein Ersatz für Safer Sex. Natürlich sollte auch jede Veränderung der Scheidensekrete, Schmerzen, Blutungen, usw. untersucht werden.